Hilft es wirklich gegen Kälte, wenn man seine Füße in Alufolie wickelt?

Alufolie an den Füßen: wirksamer Kälteschutz oder riskante Idee?
Alufolie an den Füßen: wirksamer Kälteschutz oder riskante Idee?

Im Winter kursiert im Netz oft der Tipp, die Füße mit Alufolie einzuwüllen, um sie warmzuhalten. Während solche Hacks in sozialen Medien von vielen geteilt werden, warnen Fachleute gleichzeitig vor möglichen Gefahren und fraglicher Wirksamkeit. Hier schauen wir uns die Hintergründe, die wissenschaftliche Bewertung und die Meinung von Expertinnen und Experten an.

Warum der Tipp gerade jetzt wieder auftaucht

Ein erneuter Schneeeinbruch am Mittwoch, dem 7. Januar, in den Nord- und Westteilen des Landes brachte kalte Temperaturen und eine Orange-Warnstufe für Schnee und Glatteis. Das führte dazu, dass Nutzer in sozialen Medien vermehrt nach Tricks gegen die Kälte suchten. Ein Tipp, der in dieser Saison wieder auftauchte: die Füße mit Aluminiumfolie umwickeln.

Was die Methode verspricht

In sozialen Medien tauchen Videos und Beiträge auf, die Alufolie als isolierend und reflektierend anpreisen, damit die Füße warm bleiben. Ein TikToker mit einem Beitrag, der 1,3 Millionen Aufrufe erreichte, erklärt: „Einfach ein Stück Alufolie: Wenn es draußen sehr kalt ist, ziehst du zuerst eine Socke an, legst ein Stück Aluminium auf die Zehenspitzen. Dann ziehst du ein zweites Paar Socken darüber.“ Ein Instagram-Nutzer, dessen Beitrag 1,5 Millionen Aufrufe hat, beschrieb, dass der Fuß danach wie ein „Osterei“ aussehen solle.

Was die Physik dazu sagt

Befürworter vergleichen Alufolie gern mit einer Rettungsdecke: sie reflektiere Körperwärme zurück und schütze so vor kalten Zehen. Ein Experte bestätigt zwar, dass Aluminium Wärme gut reflektiert, erklärt aber: „Aluminium allein isoliert nicht: Es schafft keine Barriere gegen die Kälte vom Boden. Es funktioniert vor allem ergänzend zu einer isolierenden Schicht, wie Wolle oder Schaum.“

Was Fachleute warnen und welche Risiken es gibt

Podologen (Fußspezialisten) und andere Expertinnen und Experten weisen auf mehrere Gefahren hin. Aluminium kann Schweiß nicht ableiten, was zu Feuchtigkeitsstau und Aufweichung der Haut (Mazeration) führt. Das begünstigt Pilzinfektionen, Risse und in seltenen Fällen Kontaktdermatitiden. Ein Spezialist warnt: „Der Fuß ist eine Zone mit erhöhter Schweißbildung, er muss atmen. Andernfalls weicht er durch den Schweiß auf.“

Außerdem kann sich die Alufolie beim Gehen falten oder reißen, wodurch Druckstellen und mechanische Reizungen entstehen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen, weil bei ihnen Verletzungen schlechter heilen.

Bessere Alternativen und praktische Tipps

Statt Alufolie empfehlen Fachleute gut gepolsterte, isolierende Schuhe und dicke Socken aus natürlichen Materialien wie Baumwolle. Ein Experte betont: „Es gibt keine Wunderlösung, aber die beste Lösung bleibt, ein gutes Paar gepolsterter und isolierender Schuhe oder dicke Socken zu haben, idealerweise aus natürlichen Textilmaterialien wie Baumwolle.“

Fazit und weiterführende Gedanken

Der Tipp, Aluminiumfolie zur Wärmespeicherung zu verwenden, mag verlockend wirken, birgt aber deutliche Risiken. Die Hinweise der Fachleute sollten ernst genommen werden, gerade bei extremen Wetterlagen. Die Fußgesundheit sollte Vorrang haben, und die Wahl atmungsaktiver, geeigneter Materialien trägt zu mehr Komfort und Sicherheit im Winter bei. Das Internet bietet viele Ratschläge – kritisch bleiben und auf bewährte Methoden setzen ist ratsam.